2.17.94.1, 2019-07-05 00:05:51

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Mobilität neu gedacht.

Text  Volkswagen Aktiengesellschaft   Fotos  Volkswagen Aktiengesellschaft

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Fotos  Volkswagen Aktiengesellschaft

Mobil, digital, flexibel: In Ruandas Hauptstadt Kigali startet Volkswagen ein innovatives Mobilitätskonzept – eine automobile Revolution für das Land und den gesamten Kontinent. 

Optimismus, Lebensfreude und Zukunftsglaube sind in Kigali überall zu spüren. Als in diesem Sommer das erste Werk von Volkswagen in der Hauptstadt Ruandas seine Tore öffnete, erreichte die Aufbruchsstimmung einen vorläufigen Höhepunkt. Das Engagement von Volkswagen beherrschte die Gespräche in Restaurants und auf den Märkten sowie die Berichterstattung in den landesweiten Medien. Um die besondere Bedeutung des Anlasses herauszustellen, erschien Ruandas Präsident Paul Kagame persönlich auf der Einweihungsfeier und sprach vom nächsten Abschnitt auf Ruandas Reise der ökonomischen Transformation. „Viele der Autos auf unseren Straßen sind im vergangenen Jahrhundert gebaut worden. Afrika darf nicht der Abladeplatz für alte Autos oder andere alte Dinge sein. Dieses Projekt zeigt, wie wir das schaffen können“, sagte Kagame.
 

Fortschrittlich sind dabei nicht nur Polo, Passat und Tiguan, die in dem Werk endmontiert werden, sondern vor allem auch das Einsatzkonzept für die Fahrzeuge. Ein Großteil von ihnen geht nicht in den Verkauf, sondern in neue Mobilitätsangebote. Dazu gehört die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen (Car-Sharing) sowie die digitale Organisation von Mitfahrgelegenheiten (Ride-Hailing). Zunächst sollen Mitarbeiter von Firmen, Behörden oder Hilfsorganisationen die Möglichkeit bekommen, diese Fahrzeuge per App zu buchen (Community-Car-Sharing). Schrittweise wird diese Möglichkeit dann auf private Kunden erweitert. Ein Konzept, das es für Ruanda so bisher nicht gibt, wie Thomas Schäfer, CEO der Volkswagen Group South Africa, erläutert: „Das wurde noch nie gemacht. Wir wollen Erfahrungen sammeln und lernen.“
 

Ruanda bietet sich dabei als idealer Startpunkt in die expandierenden Märkte Afrikas an. In dem aufstrebenden Land hat eine wachsende, technikaffine und gut ausgebildete Mittelschicht großen Bedarf an neuen Mobilitätsangeboten. „Das ist der Anfang einer Automobilindustrie“, sagt Schäfer.

Lokale Fertigung.

Die Fahrzeuge für die modernen Mobilitätskonzepte werden in Ruanda montiert. In der Startphase ist die Produktion von bis zu 1.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant, je nach Nachfrage und Erfolg der Mobilitätsdienste kann sie auf bis zu 5.000 Fahrzeuge jährlich erhöht werden.

Lokale Fertigung.

Die Fahrzeuge für die modernen Mobilitätskonzepte werden in Ruanda montiert. In der Startphase ist die Produktion von bis zu 1.000 Fahrzeugen pro Jahr geplant, je nach Nachfrage und Erfolg der Mobilitätsdienste kann sie auf bis zu 5.000 Fahrzeuge jährlich erhöht werden.

In seiner Rede zur Eröffnung des Volkswagen Werks zeigte sich Präsident Kagame nicht nur erfreut über die Schaffung von bis zu 1.000 neuen Arbeitsplätzen und das Volkswagen Investment von etwa 20 Millionen Dollar in die Region. Ihn beeindruckte auch der Erfinder- und Unternehmergeist des Start-ups „Awesomity Lab“, das im Auftrag von Volkswagen eine App zur Organisation der neuen Services entwickelt hat. „Wir wollen junge Menschen ermutigen, Innovationen voranzutreiben. Ich bin froh, dass ihr mir heute vorgestellt wurdet“, erklärte das Regierungsoberhaupt vor versammeltem Publikum und sprach die jungen Software-Entwickler während seiner Rede direkt an. Seitdem gelten „Awesomity Lab“-Gründer Lionel Mpfizi und seine Mitstreiter regelrecht als Stars der örtlichen Start-up-Szene. Der jetzt 22-Jährige hat sich das Programmieren selbst beigebracht und mit 17 seine erste App programmiert. 
 

„Mobile First“ ist in Ruanda wie in den meisten Teilen Afrikas kein Buzzword für die Betitelung von Tech-Konferenzen, sondern alltägliche Realität. Festnetz-Telefonie wurde in Afrika einfach übersprungen und auch in Sachen Bezahlsysteme ist der Kontinent den meisten Industrienationen ein Stück voraus. „Es gibt immer mehr Smartphones auf dem Markt. Auf den Dörfern bezahlen schon mehr Menschen mit ihrem Handy als über ein Bankkonto“, sagt Lionel Mpfizi. Allerdings haben viele Smartphone-Nutzer in Ruanda Prepaid-Karten und ein beschränktes Datenvolumen. Entsprechend müssen Apps für den lokalen Markt einfach aufgebaut und datensparsam sein. 

„Ruanda ist ein junges, modernes und digitales Land – und damit bestens geeignet für neue, vernetze Mobilitätsdienste.“

Das ist ein Gesichtspunkt, den viele europäische und asiatische App-Entwickler außer Acht lassen. Für Awesomity waren diese Kriterien bei der Entwicklung der Volkswagen App „Move“ hingegen selbstverständlich. „Wenn ich mein Car-Sharing-Auto gefunden habe und mir den Weg dorthin anzeigen lassen will, wird die Karte nur einmal geladen“, sagt Lionel, während er die App auf seinem Smartphone demonstriert. Er tippt auf den Button „Navigiere mich zum Fahrzeug“ und erklärt: „Ab da habe ich dann keine weitere Datennutzung mehr.“ Auch die Bezahlung wird digital geregelt. „Mit unserem Angebot entfällt die Verhandlung über den Fahrpreis. Fehlendes Bargeld ist ebenfalls kein Problem“, erklärt der junge Unternehmer.
 

Thomas Schäfer setzt bewusst auf Ruanda für dieses Projekt, denn „es ist ein junges, modernes und digitales Land – und damit bestens geeignet für neue, vernetze Mobilitätsdienste“. Die Grundvoraussetzung ist ohnehin vorhanden: ein riesiger Bedarf an individueller Mobilität. Während in Deutschland rund 670 Fahrzeuge auf 1.000 Einwohner kommen, sind es in Afrika südlich der Sahara gerade einmal 30 Autos. „Ich bin überzeugt, dass die geplanten Geschäftsideen von unseren Kunden gut angenommen werden“, sagt der Volkswagen Manager. „Die wertvollen Erfahrungen, die wir hier in Ruanda machen, sollen in einem nächsten Schritt der Marke Volkswagen auch in anderen Märkten nutzen.“ Und davon gibt es einige. Thomas Schäfer, der CEO Volkswagen South Africa, ist nicht nur für Ruanda, sondern auch für weitere 48 Länder in der Subsahara-Region verantwortlich. Die Erfolgsstory wird also fortgesetzt. 

Volkswagen App Move.

Die App ist bewusst einfach gehalten, um Speicherkapazität und Datenübertragungsraten zu schonen. Dennoch leistet sie alles, was die Nutzer der Car-Sharing-Dienste benötigen.

Volkswagen App Move.

Die App ist bewusst einfach gehalten, um Speicherkapazität und Datenübertragungsraten zu schonen. Dennoch leistet sie alles, was die Nutzer der Car-Sharing-Dienste benötigen.

Veröffentlicht: Mai 2019